Fachgespräch des Verbands Sonderpädagogik zum Thema Schulassistenz

Am 17. September 2015 fand in den Räumen des Landschaftsverbands Rheinland in Köln-Deutz ein  Fachgespräch des Bundesverbands Sonderpädagogik zur in allen Bundesländern bedeutsamen Thematik  der Schulbegleitungen/Schulassistenzen für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Unterstützungsbedarfen  statt.  Organisiert wurde diese Veranstaltung von den Landesvorsitzenden Wolfgang Franz (Nordrhein-Westfalen)  und Angela Ehlers (Schleswig-Holstein) sowie Hendrik Reimers (Bundesreferent Geistige Entwicklung)  als Sprecher aller Bundesreferate.

Das Teilnehmerfeld war bunt gemischt: Bundesvorsitzender  Stephan Prändl, Mitglieder des Bundesvorstands, mehrere Landesvorsitzende und zahlreiche Bundesreferenten sowie Schulleitungen, Vertreterinnen und Vertreter von Länderministerien, Wirtschaft und Verbänden und befreundeten Organisationen behinderter Menschen.
Diese große Vielfalt und das gewählte Format des Gruppenpuzzles in drei aufeinander folgenden Runden sowie die geschickte  Zusammenstellung der 36 Diskutanten führten zu nachhaltigen Ergebnissen.  Die Arbeitsgrundlage bildete das strategisch-inhaltliche Papier des Bundesausschusses zu Fragen der inhaltlichen und organisatorischen Ausgestaltung von Schulbegleitungen/Schulassistenzen sowohl  in der inklusiven Bildung und Erziehung in der Allgemeinen Schule als auch in speziellen Bildungseinrichtungen  für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verständigten sich übrigens auf die Begrifflichkeit Schulassistenz. 

Das Arbeitspapier wird auf der Grundlage der vielfältigen Anregungen und der Diskussionsergebnisse in den sechs Tischgruppen weiterentwickelt und der Hauptversammlung im November 2015 in Berlin zur Verabschiedung vorgelegt. Es setzt sich im Besonderen mit den folgenden Aspekten auseinander: 

  • Einsatz von Schulassistenz als angemessene Vorkehrung zur Teilhabe an Bildung und Erziehung im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention und zur Sicherstellung von Aktivität und Teilhabe in der  ganztägigen schulischen Bildung  
  • Schulassistenz als Unterstützungsleistung sowohl für Kinder und Jugendliche mit komplexen psychosozialen und seelischen Beeinträchtigungen als auch für Schülerinnen und Schüler mit intensivem Unterstützungsbedarf aufgrund ihrer körperlichen, geistigen oder Sinnesbehinderungen unabhängig vom gewählten Förderort 
  • Schulassistenz und sonderpädagogische Förderung als komplementäre und nicht als konkurrierende  Leistung 
  • Schulassistenz in der grundsätzlichen Verantwortlichkeit von Schule, ohne dabei die Kostenträger  der Sozial- und Jugendhilfe aus ihrer Verantwortung zu entlassen 
  • Schaffung von bundesweit geltenden, verlässlichen Entscheidungsgrundlagen und die Überwindung der Trennung von Eingliederungshilfe nach SGB VIII und SGB XII (inklusive Lösung) 
  • Vorrangigkeit einer bedarfsorientierten und systembezogenen Zuweisung der Schulassistenz-Ressourcen (sogenanntes Pooling) zu einer Schule vor individueller Assistenz für die einzelne Schülerin oder den einzelnen Schüler 
  • Erfordernis von Grundkompetenzen und Qualifikationen bei Schulassistentinnen und Schulassistenten 
  • dauerhafte Bereitstellung von Schulassistenzen zur verlässlichen und professionellen Unterstützung  von Teilhabeleistungen an inklusiven ebenso wie an speziellen Lernorten 
  • Einbettung der Aufgaben von Schulassistenz in das pädagogische Gesamtkonzept sowie in das Förderkonzept einer Schule. 

Die hier dargestellten Aspekte, die der genaueren Ausgestaltung unter Berücksichtigung der sich verändernden Gesetzeslage auf Bundesebene bedürfen, waren unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Fachgesprächs  konsensfähig. Die gewählte Form des moderierten und klar vorstrukturierten Fachgesprächs sowohl mit Funktionsträgerinnen und Funktionsträgern des vds als auch mit Fachleuten aus der Administration und aus der Zivilgesellschaft hat sich nach Ansicht der Veranstalter ausdrücklich  bewährt. 

Angela Ehlers    

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