Kooperationstag der Förderzentren Geistige Entwicklung mit Allgemeinen und Berufsbildenden Schulen in Schleswig-Holstein

Im Frühjahr 2017 fand in Schleswig-Holstein der erste Kooperationstag der Förderzentren Geistige Entwicklung mit allgemeinen und berufsbildenden Schulen statt.
Alle Förderzentren Geistige Entwicklung waren vertreten und hatten großenteils ihre Schülerinnen und Schüler sowie eine Vielzahl ihrer Kooperationspartner mitgebracht. Während des gesamten Tags waren Buntheit und Vielfalt, Engagement und Freude über so viele unterschiedliche Ideen der Bildungsteilhabe großartig spürbar. Gefühle von Fröhlichkeit und Begeisterung durchzogen alle Räume des Hauses der Jugend in Neumünster.
Eine Steuergruppe aus Schulleitungen der Förderzentren Geistige Entwicklung, Schulaufsichten, aus dem Lehrerbildungsinstitut, Elternvertretungen, Hauptpersonalrat und Bildungsministerium hatte den Tag vorbildlich vorbereitet.
Das Motto des Tags sang der Chor zusammen mit der Instrumentalgruppe der Peter-Härtling-Schule in Schleswig: Trau dich – dann hast du was kapiert!
Die einzelnen Ausstellungswände und insbesondere die Workshops widmeten sich der Frage nach praktikablen Kooperationsmöglichkeiten, damit kein Kind und kein Jugendlicher ohne Angebote gemeinsamen Lernens und Handelns durch seine Schulzeit gehen muss. Diese Anforderung von Gemeinsamkeit und Diversität wurde insbesondere auf die Übergänge in die Schule hinein und aus der Schule in die berufliche Bildung bezogen abgebildet.
Und hervorzuheben ist, dass die Gruppe der Kinder und Jugendlichen mit intensivem Assistenzbedarf dabei stets besonders in den Blick genommen wurde.

In ihrer Eröffnungsrede hob Bildungsministerin Britta Ernst die Bedeutung der Qualitätsentwicklung in der inklusiven Bildung hervor und wies darauf hin, dass der Blick nach vorn neben der Entwicklung von ooperationsmöglichkeiten für alle Kinder und Jugendlichen auf digitale Medien und Unterstützungsangebote ebenfalls für alle gerichtet sein muss. Sie dankte allen Kooperationspartnern und bezog die Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft ausdrücklich ein.
Die Bestandsaufnahme der bunten Vielfalt kann an dieser Stelle nur angedeutet werden. Es gibt

  • Campusmodelle mit mehreren Klassen/Stufen mit Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung (FS GE) in einer Allgemeinen Schule
  • integrative Maßnahmen mit einzelnen oder mehreren Schülerinnen und Schülern mit FS GE in einer Allgemeinen Schule gemeinsam in einer Klassengemeinschaft
  • Kooperationsklassen von Schülerinnen und Schülern mit FS GE in geeigneten Räumen der Allgemeinen Schule
  • Kooperationen zwischen Klassen z.B. in Projekten, Arbeitsgemeinschaften, beim Mittagessen, in Pausen, …
  • Kooperationsstufen, bei denen ganze Schulstufe von Schülerinnen und Schülern mit FS GE in geeigneten Räumen der Allgemeinen oder berufsbildenden Schule lernen
  • Projektbezogene Kooperationen zwischen ganzen Klassen oder bestimmten Schülerinnen und Schülern
  • Klassen aus der Allgemeinen Schule im Förderzentrum Geistige Entwicklung, die nach den Zielen und Fachanforderungen der allgemeinen Lehrpläne unterrichtet werden
  • Gemeinsamer Fachunterricht in bestimmten Fächern wie z. B. Kunst, Sport, Musik, Technik, …
  • Gemeinsame Arbeitsgemeinschaften wie z.B. Steinschleiferei, Modellflugzeugbau, Kanufahren, Tischtennis, …
  • Gemeinsame Projekte über einen begrenzten Zeitraum wie z.B. einen Vormittag, einen Tag, mehrere
  • Vormittage, eine Woche, von Herbst bis Weihnachten jeden Montag in der 4. und 5. Std. der Allgemeinen Schulen usw. als Theater-/ Musikaufführungen, ZiSch, Kunstausstellungen, Gartenprojekte etc.
  • Gemeinsame Feste/Feiern, gemeinsame Mahlzeiten, gemeinsame Klassenfahrten und Schulausflüge mit Lernen am anderen Ort etc.
  • Partnerklassen eines Förderzentrums für mindestens ein Schuljahr mit einer Allgemeinen Schule…

Die genauen Ausführungen dieser Ideen für Kooperationen und Inklusionsmodelle im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung können beim vds-Bundesreferenten Hendrik Reimers, der auch einer der Hauptgestalter und Impulsgeber des Kooperationstags in Schleswig-Holstein war, abgefragt werden.

Angela Ehlers

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