Verband Sonderpädagogik und Grundschulverband
Erste gemeinsame Fachtagung in Kassel

Am 20. Januar fand im Intercity Hotel in Kassel- Wilhelmshöhe erstmals eine vom Verband Sonderpädagogik (vds) und dem Grundschulverband (GSV) gemeinsam ausgerichtete Fachtagung statt. Angesichts der bundesweit angestrebten inklusiven Schule und der im Zusammenhang damit notwendigen zukunftsweisenden Anstrengungen hatten die Verbände verabredet, sich nach eher sporadischen Kontakten in der Vergangenheit im Rahmen einer Fachtagung mit Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Handlungsfeldern über Qualitätsmerkmale und Rahmenbedingungen der inklusiven Schule zu verständigen. Ziel sollte sein, die jeweiligen Positionen der Verbände abzugleichen und aus dem Austausch Ideen und Konzepte für das weitere Eintreten für die inklusive Bildung zu entwickeln. 

Die Verbandsvorsitzenden Dr. Angela Ehlers (vds) und Maresi Lassek (Grundschulverband) begrüßten über dreißig Teilnehmerinnen und Teilnehmer (je zur Hälfte aus beiden Verbänden) zu einem ganztägigen fachlichen Austausch.

In drei jeweils einstündigen Gesprächsrunden wurde in sechs Gruppen intensiv diskutiert. Dabei wurden die Gesprächsergebnisse der einzelnen Gruppen durch teils konstante, teils wechselnde Zusammensetzungen der Teilnehmenden aufeinander bezogen und vertieft. Die Protokollanten der Gruppen berichteten im abschließenden Plenum.

Prof. Dr. Ursula Carle (Uni Bremen GSV) 

Thurid Dietmann (vds Berlin)

Stefanie Höfer (vds Bremen)

Als Diskussionsgrundlage dienten sechs Leitfragen:

  • Ansprüche und Forschungsfragen im Bereich der pädagogischen Diagnostik und Förderung sowie des präventiven Handelns
  • Beiträge der Schul- und Unterrichtsforschung zur Weiterentwicklung der inklusiven Schule
  • Notwendige Kompetenzen der Fachkräfte und entsprechende Ausgestaltung der Studiengänge
  • Quantitative, qualitative und organisatorische Aspekte der Bereitstellung von Ressourcen
  • Gelingensbedingungen für Teamarbeit
  • Gestaltung von Übergängen/Transitionen und präventivem Handeln für Bildungsbiografien.

Prof. Dr. Hans Brügelmann 

Ulrich Hecker (GSV)

Der Austausch verdeutlichte, dass es hinsichtlich der Weiterentwicklung der inklusiven Schule zwischen den Verbänden eine Reihe gemeinsamer Überzeugungen und konkreter Vorstellungen bezüglich weiterer Vorgehensweisen gibt. Hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang unter anderem:

  • Der Ausgang vom Recht auf Bildung für alle Kinder
  • Die gemeinsame Verantwortung aller Akteure für das Gelingen der inklusiven Bildung
  • Die Gewährleistung dauerhafter verlässlicher Beziehungen
  • Die qualifizierte Professionalisierung der in Schule Tätigen
  • Ein diagnosegeleitetes pädagogisches Handeln
  • Die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Eltern
  • Das Sicherstellen angemessener personeller, räumlicher und zeitlicher Ressourcen
  • Das Bereitstellen dezentraler Unterstützungsangebote
  • Der Aufbau von dezentralen Bildungsverbünden
  • Die Initiierung pädagogischer Entwicklungsforschung
  • Ein abgestimmtes, konzertiertes verbandspolitisches Handeln

Die Verbände werden intern und gemeinsam beraten, welche weiteren Schritte zu gehen sind und wie die Zusammenarbeit gegebenenfalls fortzuführen ist.

Aus der Sicht des vds war die gemeinsame Fachtagung mit dem Grundschulverband bereichernd und ermutigend.

Dr. Angela Ehlers

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