"Zeitschrift für Heilpädagogik" - Ausgabe 9/17
Aus dem Inhalt:



Wolfgang Dvorschak 404
Schulische Inklusion - eine Frage des richtigen Labels?!
Christopher Mihajlovic 415
"Adapted Physical Activity" (APA) als internationales Forschulngsfeld im Inklusionsdiskurs: Die finnische Perspektive
Inge Cremer, Anja Gutjahr, Manfred Hintermair, Antonia Losch, Hans-Christoph Strauß 425
Faktoren für beruflichen Erfolg bei gehörlosen und schwerhörigen Menschen
vds aktuell
435
Buchbesprechung
Landesreferententreffen Aus, Fort- und Weiterbildung
Tagung der Referentinnen und Referenten für Berufliche Bildung

Liebe Leserinnen und Leser!

Statistik, insbesondere Bildungsstatistik, besitzt immer auch politische Implikationen. Nicht in jedem Fall trägt dies zu einer realitätsgerechten Darstellung bei, wie Wolfgang Dworschak im ersten Beitrag mit dem Fokus auf den Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung deutlich macht. Insbesondere die kooperativen Formen bei sonderpädagogischem Förderbedarf in unserem Bildungssystem, so seine Darstellung, erfordern eine  Differenzierung der statistischen Darstellung inklusiver Bildungsformen. Er fordert: Mehr „grau“ in der „schwarz-weiß“- Darstellung – das ist zwar noch nicht die bunte Realität schulischer Praxis, aber kommt ihr doch etwas näher.
Sport und Sportunterricht in einem inklusiven Verständnis stehen im Mittelpunkt des Beitrags von Christopher Mihajlovic in einem Beitrag aus Finnland. Ausgehend von dortigen Entwicklungen, die eng mit internationalen Forschungen verbunden sind, berichtet er von Konzeptionen zur Umsetzung adaptierter Sportangebote und zur Qualifizierung von Fachkräften für das Verständnis und die Praxis von Sportmöglichkeiten. Er plädiert für eine stärkere Anbindung des bisher gering ausgeprägten deutschsprachigen Diskurses an die internationalen Bemühungen. Ein adaptiver Sportunterricht könnte dann Diskriminierungen, die oft mit sprachlichen Zuschreibungen beginnen, reduzieren.
Wie gelingt die berufliche Integration von Menschen mit Hörschädigungen? Inge Cremer, Anja Gutjahr, Manfred Hintermair, Antonia Losch und Hans Christoph Strauß gehen davon aus, dass es sich um mehrdimensionale Faktoren handelt, die zum Erfolg beitragen. In ihrem vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderten Projekt befragten sie 32 Frauen und Männer mit Hörschädigungen, die sich als beruflich erfolgreich bezeichnen. Mit Hilfe von qualitativen Interviews weisen sie spannende Faktoren nach: Beruflicher Erfolg wird v. a. anhand subjektiver Kriterien wie Zufriedenheit und Spaß an der Arbeit erlebt, und die Befragten machen dafür insbesondere die sogen. soft skills verantwortlich. Die hier dargestellten Ergebnisse belegen zugleich die hohe Bedeutung sozialer Unterstützung und der mehrdimensionalen Gestaltung von spezifischen Bildungsprozessen – und dies gilt ebenso für andere sonderpädagogische Handlungsfelder.
Wir wünschen unseren Leserinnen und Lesern eine spannende Lektüre!

Prof. Dr. Clemens Hillenbrand                      Dr. Peter Wachtel

zurück