"Zeitschrift für Heilpädagogik" - Ausgabe 4/18
Aus dem Inhalt:



Christian Lindmeier 156

Implikationen der internationalen Fachdiskussion über einen "Twin-Track Approach" der inklusiven Bildung und Erziehung

Otto Speck 167
Das inklusive Schulsystem - ein "Twin Track" (UN): Die Rolle der Förderzentren
Ulf Preuss-Lausitz 175
Ein Jahrzehnt UN-Behindertenrechtskonvention und die Perspektiven von Förderschulen und Inklusion in Deutschland
vds aktuell
188
Quo vadis Sonderpädagogik? - 2. Fachgespräch am 7. Mörz 2018 in Kassel
Verband Sonderpädagogik auf der didacta 2018

Liebe Leserinnen und Leser!

30. März 2007 unterzeichnete Deutschland als eines der ersten Länder die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Zwei Jahre später, am 26. März 2009, hat die damalige Bundesregierung die Konvention ratifiziert, sodass diese in Kraft getreten ist. Damit gehen wir jetzt im April in das zehnte Jahr ihrer Umsetzung. Wir freuen uns, dass wir zu diesem Anlass ein Themenheft zu ihrer Umsetzung herausgeben können.

Christian Lindmeier beschreibt im ersten Beitrag den „Twin-Track Approach” unter den Gesichtspunkten der Veränderung des inklusiven Bildungssystems im Hinblick auf das Ziel einer umfassenden Inklusion bei gleichzeitiger Überwindung von Barrieren sowie der expliziten Berücksichtigung von Schülerinnen und Schülern, bei denen eine Vulnerabilität in Bezug auf pädagogische Exklusion besteht. Daraus werden schließlich Konsequenzen für eine inklusive Lehrerbildung gezogen.

Im zweiten Beitrag nimmt Otto Speck einen Rückblick auf die vergangenen Jahre zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention vor. Dabei diskutiert er vor allemm die Zielidee "Eine Schule für alle" kritisch. Aus der Betrachtung von Gelingensbedingungen und Problembereichen innerhalb der inklusiven Bildung mündet der Beitrag in einem Plädoyer für die Aufrechterhaltung eines Doppelsystems.

Abschließend nimmt auch Ulf Preuss-Lausitz eine Zwischenbilanz zu den letzten zehn Jahren hinsichtlich der Umsetzung der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen vor. Dabei nimmt er poinitiert Stellung zu aktuellen Veränderungen hinsichtlich des Lernens in der Schule. Diese widersprüchlichen Entwicklungen werden einerseits mit den aktuellen Rahmenbedingungen in Verbindung gesetzt und andererseits werden mögliche Veränderungen von Förderschulen innerhalb eines inklusiven Bildungssystems skizziert.

Wir wünschen Ihnen mit der Lektüre dieser drei Aufsätze, die ein gemeinsames Kernthema haben und doch sehr unterschiedlich in ihrer Ausrichtung sind, zahlreiche Anregungen auch für Diskussionen in Ihrem Alltag.

Prof. Dr. Conny Melzer                     Dr. Peter Wachtel

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