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Studium und Behinderung - ein internationales Kooperationsprojekt
Zusammenarbeit zwischen vds und Aktion Mensch

Seit Mitte 2015 haben die Universitäten der Russischen Föderation den politischen Auftrag, die Universitäten barrierefrei zu gestalten und inklusive Hochschulbildung zu realisieren. Dies beschränkt sich somit nicht nur auf die räumlichen Gegebenheiten, sondern erfordert auch eine Ausrichtung der Lehre hin zu Universal Design sowie auf ergänzende Angebote, die den Studierenden mit Beeinträchtigungen gemacht werden, um ihnen einen ungehinderten Zugang zu allen Studiengängen zu gewährleisten. Bereits im Juni 2015 bat die Lombatschewski-Universität (Volluniversität mit 35.000 Studierenden) in Nizhnij Novgorod im Rahmen eines internationalen Austauschs in Karlsruhe den Verband Sonderpädagogik e. V. um Unterstützung bei der Umsetzung dieser administrativen Vorgaben. Diese Unterstützung wurde gerne zugesagt, dies vor allem vor dem Hintergrund, dass sich die Technische Universität Dortmund, vertreten durch Prof. Dr. Franz B. Wember und Dr. Birgit Rothenberg, bereit erklärten, das seit Jahren erfolgreiche und mehrfach preisgekrönte Konzept Behinderung und Studium (DoBuS) des Zentrums für Hochschulbildung der TU in die Zusammenarbeit einzubringen. Der Verband Sonderpädagogik e.V. hat bei der Aktion Mensch einen Förderantrag gestellt. Dieser Antrag wurde positiv beschieden, so dass die Finanzierung eines ersten Treffens als Kennenlern- und Planungsphase gesichert war. Vom 29.3. bis 1.4.2016 waren Stephan Prändl, Marianne Schardt (beide vds), Dr. Birgit Rothenberg (TU Dortmund) sowie Irina Pfeiffer (Partnerschaftsstadt Essen) in Nizhnij Novgorod, um eine mögliche Kooperation vorzubereiten. Während dieses Besuchs wurde die klare Entscheidung der Hochschulleitung deutlich, die Lombatschewski-Universität zu einer inklusiven Hochschule mit Leuchtturmcharakter für die gesamte Region zu entwickeln. Die Universität hat jetzt mit 87 behinderten Studierenden begonnen, die sie in den letzten zwei Jahren zugelassen hat. Während die räumliche Barrierefreiheit noch sehr zu wünschen übrig lässt, verfügt die Universität über einige Erfahrungen mit der Gestaltung der Studienbedingungen für blinde und sehbehinderte Studierende. Dazu nutzt sie an der Universität ein aus Spendenmitteln ausgestattetes Thyphlo-Zentrum, das über aktuelle assistive Technologien verfügt und bereits seit einigen Jahren schriftliche Materialien für stark sehbehinderte und blinde Studierende umsetzt. Um möglichst allen Studierenden den Zugang zu den gewünschten Studiengängen zu ermöglichen, ist die Expertise der deutschen Partner sehr gefragt. Im Rahmen des viertägigen Aufenthalts fand eine halbtägige Konferenz mit Vertreterinnen der beiden großen Universitäten Lombatschewski und Minim statt, auf der Stephan Prändl, Marianne Schardt und Birgit Rothenberg kurze Vorträge zum Stand der Inklusion in Deutschland gehalten haben, denen sich eine offene und angeregte Diskussion anschloss. Für Ende Juni ist ein Gegenbesuch in Dortmund geplant, um dann die Weichen für eine längerfristige Zusammenarbeit zu stellen.

Birgit Rothenberg, Marianne Schardt

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