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Inklusive Bildungssysteme in der Russischen Föderation fest verankert
Der Verband Sonderpädagogik e. V. unterstützt bei der Umsetzung

Mit der Implementation der neuen Bildungsstandards für die Russische Föderation zum 1. 9.2016 wurde die Grundlage für die gemeinsame Beschulung von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderung gelegt. Der Stadt Pskow und dem Gebiet Pskow als ausgewiesener Modellregion kommt dabei besondere Bedeutung zu.Auf ausdrücklichen Wunsch der Pädagogen und der Gebietsverwaltung werden die Kolleginnen und Kollegen vor Ort bei der Umsetzung der Inklusion durch den Verband Sonderpädagogik e.V. unterstützt.

Vom 31.10. bis 4.11.2016 waren der ehemalige Bundesvorsitzende und Beauftragte für die vds-Auslandsaktivitäten Stephan Prändl und Bundesgeschäftsführerin Marianne Schardt in Pskow, um mit den Kolleginnen und Kollegen der Allgemeinen Schulen und der Sonderschulen an den gewünschten Themen „Arbeit in multiprofessionellen Teams“ und „Beratung“ zu arbeiten.
Sowohl durch die ganztägige Fortbildung zum Schwerpunktthema „Arbeit im Team“ mit den Kolleginnen und Kollegen der dortigen Schulen, als auch durch Konferenzen mit Vertretern der Fortbildungseinrichtungen und der Hochschule konnten konkrete Strukturen für die zukünftige Zusammenarbeit entwickelt werden.
Diskutiert wurden notwendige Ressourcen, unterrichtliche Veränderungen und vor allen Dingen die Fortbildungsbedarfe. Der zweite Tag war dem Thema „Beratung“ gewidmet. Hier zeigte sich sehr schnell, dass dies in Russland bislang weder Inhalt der ersten noch der zweiten Ausbildungsphase war und ist. So war denn auch die Bereitschaft, sich auf dieses schwierige und sensible Thema einzulassen, entsprechend hoch. Am Ende der Veranstaltung wurde einstimmig der Wunsch geäußert, an diesem Thema beim nächsten Besuch der deutschen Partner intensiv weiter zu arbeiten.

Parallel zu diesem Angebot fand an den beiden Tagen im Internat des Sonderpädagogischen Zentrums Nr. 1 in Bobrovo, in dem ca. 140 Waisenkinder mit schwersten Behinderungen betreut und beschult werden, eine Fortbildung für die Lehrerinnen und Lehrer zur Arbeit mit dem Programm ‚Lubo aus dem All‘ statt. Das Training unterstützt Kinder in ihren Gefühls- und Verhaltenskompetenzen. Vor allem Kinder, die in ihrer sozialen, emotionalen und kognitiven Entwicklung besondere Unterstützung brauchen, haben im wissenschaftlichen Evaluationsprojekt nachweislich vom Training profitiert.
Im Mai 2016 konnten zwei ganztägige Fortbildungen mit Dr. Sonja Hens (Universität zu Köln) durch den vds realisiert werden. In den folgenden Monaten starteten die russischen Kollegen und Kolleginnen des Kinderheims Bobrovo mit der Einführung des Programms in ihren Klassen und sammelten erste Praxiserfahrungen. Beim jetzigen Besuch wurden die Erfahrungen ausgewertet und gemeinsam den Bedingungen vor Ort angepasst. Drei Kolleginnen wurden intensiv geschult und zu Multiplikatoren des Programms ausgebildet. Um eine nachhaltige und hochwertige Trainings-Implementation zu unterstützen, wird in den nächsten Monaten auf Wunsch der russischen Partner ein begleitendes, onlinegestütztes Multiplikatoren- Coaching erfolgen.

Marianne Schardt, Dr. Sonja Hens

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