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Förderschwerpunkt Hören
Bericht über die Arbeitstagung 2019 in Potsdam

In Potsdam trafen sich acht LandesreferentInnen des vds im Förderschwerpunkt Hören zu ihrer jährlichen Arbeitstagung. Räume der „Wilhelm-von-Türk-Schule“, Schule mit den sonderpädagogischen Förderschwerpunkten „Hören“ und „Sprache“ in Potsdam, standen den Teilnehmern offen, sodass intensiv gearbeitet werden konnte.
Akuter Handlungsbedarf wurde in der bundesweit unterschiedlichen Umsetzung des Nachteilsausgleichs bei Hörschädigung gesehen. Es wurde in den Länderberichten deutlich, dass eine Gleichstellung der Betroffenen bei Prüfungen und Abschlüssen im Sinne des UN-BRK nicht umgesetzt wird.
Es wird als dringend erforderlich angesehen, diese Problematik auf der Ebene der Kultusministerkonferenz (KMK) anzusprechen, um ein bundesweit einheitliches Vorgehen in den Ländern zügig umzusetzen. Das Referat formulierte zu dieser Thematik einen Antrag für die Hauptversammlung im November.
Es fehlt weiterhin ein schlüssiges Konzept, bundeslandübergreifende Qualifizierung von Aus-, Fort-und Weiterbildungen im Förderschwerpunkt Hören für Lehrkräfte und ErzieherInnen/pädagogische Fachkräfte an spezifischen Förderschulen und in inklusiven Kontexten zu entwickeln und umzusetzen.
In Bundesländern, in denen keine grundständige Ausbildung in Hörgeschädigtenpädagogik stattfindet, besteht ein ausgesprochener Mangel an qualifizierter Aus-, Fort- und Weiterbildung und damit auch an aktuell und zukünftig qualifizierten Fachkräften.
Auf die schriftliche Anfrage bei der KMK im Dezember 2017 durch die Bundeskonferenz der Direktoren, den BDH, Vertreter der Lehrstühle für Hörgeschädigtenpädagogik und des vds erfolgte noch keine Antwort.
Deutsche Gebärdensprache wird von der KMK zwar immer noch nicht als Fremdsprache anerkannt, aber die KMK spricht sich dafür aus, dass Deutsche Gebärdensprache als Unterrichtsfach im Rahmen des Wahlpflichtbereichs in der Sekundarstufe I angeboten werden soll. Eine Arbeitsgruppe soll im Auftrag der KMK einen Empfehlungsentwurf auf der Basis bestehender Rahmenpläne erarbeiten.

Die Positionen und Arbeitsschwerpunkte des Referats Hören im vds wurden auf einem Plakatentwurf visualisiert. Der Entwurf wird an die Öffentlichkeitsarbeit des vds weitergeleitet. Der entsprechende Arbeitsauftrag des Bundesausschusses wurde damit umgesetzt.
Eine Übersicht bewährter Materialien, die sich in Kontext von Fort- und Weiterbildung, der Sensibilisierung von Lehrkräften an Allgemeinen Schulen, von Eltern und externe Akteuren bewährt haben, wird derzeit von der Arbeitsgruppe zusammengestellt. Die Übersicht dient als Grundlage für einen Materialkoffer zur Vermittlung des Verständnisses der Problematik „Hören-Kommunikation-Lernen“.
Bei einem Besuch des Oberlinhauses in Potsdam wurden der Gruppe die historische Wiege der Taubblindenarbeit sowie die heutigen Unterstützungmaßnahmen vorgestellt. Frau Hennig-Schuhmann vermittelte tiefe Einblicke in die pädagogische (!) Audiometrie bei taubblinden Menschen.
Für die anstehende Wahl der Bundesreferentin und der Stellvertreterin zur Hauptversammlung im November wurden Vorschläge abgegeben.
Frau Christine Daniels-Kassel aus Baden-Württemberg nahm zum letzten Mal offiziell an der Arbeitstagung teil. Vielen Dank für jahrelange regelmäßige und fachlich kundige Mitarbeit!

Die nächste Tagung der Referenten im Förderschwerpunkt Hören findet vom 26. bis 28.3.2020 in Erfurt statt.

Angela Kühmel (Thüringen), Olaf Oelgarte (Sachsen-Anhalt),
Kirsten Binder (Bayern),
Katharina Meinel (Berlin), Susanne Römer (Bundesreferentin),
Sabine Kolbe (Bremen),
Ulrike Kleissl (Brandenburg), Christine Daniels-Kassel (Baden-
Württemberg), Anke Hennig-Schuhmann (Oberlinhaus)

Dr. Susanne Römer

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