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Referat Körperliche und motorische Entwicklung
Bericht 2019

Die Landesreferentinnen und -referenten des Förderschwerpunkts Körperliche und motorische Entwicklung haben sich vom 26. bis 28. September 2019 in Hannover zur Jahrestagung getroffen. Die Tagung fand an der Mira-Lobe-Schule statt. Thematische Schwerpunkte der Arbeitstagung waren die Abschlussarbeiten an einem Positionspapier zum Thema „Pflege und Pädagogik“, die Fortsetzung der Arbeit zum Thema „Therapie und Pädagogik“ aus Sicht des Förderschwerpunkts Körperliche und motorische Entwicklung, ein Austausch zum Stand der digitalen Bildung an Förderzentren und ein Planungsausblick zum Thema Diagnostik im Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung. Eine Hospitation im Unterricht und ein Fachaustausch mit dem Schulleitungsteam der Mira-Lobe- Schule rundeten das Treffen in Hannover ab.

Das Referat hat über mehrere Sitzungen (Schwerin 2017, Kassel/Hannoversch Münden 2018) ein Positionspapier zum Thema Pflege und Pädagogik erstellt. Dieses ist dem Bundesausschuss und anderen Referaten vorgestellt worden. Das Papier richtet sich schwerpunktmäßig an multiprofessionelle Teams, die vor allem in den Bereichen der Förderschwerpunkte Körperliche und motorische Entwicklung, aber auch Geistige Entwicklung arbeiten. Ziel ist es u. a., das Arbeitsfeld möglichst umfassend darzustellen und den Teams Orientierungsmöglichkeiten für ihre Tätigkeit zu geben.

Ein weiteres großes Themengebiet aus Sicht des Referats bildet der Bereich Therapie und Pädagogik. Das Referat plant auch dieses Arbeitsfeld mit einem Positionspapier zu beschreiben, was sich ebenfalls in erster Linie an die multiprofessionellen Teams richtet. Die Bereitstellung therapeutischer Angebote im Kontext von Schule, sowohl im Förderzentrumsbereich als auch im inklusiven Bereich, stellt sich bundesweit sehr vielschichtig dar. Vor dem Hintergrund unterschiedlicher Realisierungs- und Finanzierungsmodelle bildet aus Sicht des Referats die enge Verzahnung von Therapie und Schule einen wichtigen Baustein für erfolgreiche pädagogisch-therapeutische Arbeit.

Die Entwicklung der schulischen Konzepte zur digitalen Bildung sowie Medienentwicklungspläne der Kreise bzw. Schulträger werden aktuell in den Ländern geschrieben bzw. sind schon erstellt. Es wurden einige Informationen bzgl. der digitalen Bildung an den Förderzentren ausgetauscht. Neben bestimmten Ausstattungsfragen bzgl. Hard- und Software sind die Fort- und Weiterbildung der Kollegien und das Medienkonzept der Schule – sprich welche Ziele will die Schule mit digitaler Bildung umsetzen und erreichen – aktuelle, zentrale Entwicklungsaufgaben vieler Schulen.

Die Mira-Lobe-Schule verfolgt ein aus inklusiver Sicht sehr interessantes Schulkonzept. Sie besitzt einen Grundschul-, einen Förderzentrums- und einen Sekundarstufen-I-Bereich. Pro Jahrgang existiert eine inklusive Klasse in der Grundschule sowie im Sek-I-Bereich. Durch eine damalige Schulgesetzänderung ist es in Niedersachsen möglich, dass Schülerinnen und Schüler der Allgemeinen Schule am Förderzentrum ihre entsprechenden Abschlüsse verfolgen können bzw. im Grundschulbereich entsprechend ihres angestrebten Bildungsgangs beschult werden. Zudem bietet diese Campuslösung mit dem Förderzentrumsbereich unterschiedliche Möglichkeiten der Inklusion.

Die sonderpädagogische Diagnostik bildet sich in den Bundesländern sehr vielschichtig ab, sowohl bezogen auf die Sonderpädagogik allgemein als auch speziell auf den Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung. Allgemein bezieht sich die Spannbreite auf zentral-organisatorische Aspekte mit bildungspolitischen Vorgaben, u. a. feste Definitionen von Geistige Entwicklung über IQ-Diagnostik, klare Erlassvorgaben oder fest vorgegebene anzuwendende Diagnostikverfahren einerseits, die in der Diskussion immer wieder den Steuerungsmechanismus von Fallzahlen hervorrufen, und frei gestaltbare diagnostische Vorgehensweisen, die auf der relativ lokalen Ebene der Förderzentren in Kooperation mit den zuständigen Förderzentren realisiert werden. In diesem Kontext ist auch die Rolle von Status- und Förderdiagnostik zu diskutieren.

Bezogen auf den Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung steht oft die Frage nach dem tatsächlich vorhandenen Unterstützungsbedarf im Vordergrund. Dieser ist im eigentlichen Sinne individuell und nur vor dem Hintergrund der vorhandenen schulischen Situation exakt klärbar. Das Referat plant eine Vertiefung dieser Thematik.

 Malte Kolshorn

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