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Inklusion braucht Professionalität - Teilhabe gemeinsam gestalten
Pressemitteilung zur 45. Bundeshauptversammlung in Saarbrücken

Zu diesem Thema tagen die 250 Delegierten und Gastdelegierten des Verbands Sonderpädagogik e. V. im Rahmen der 45. Bundeshauptversammlung in Saarbrücken. Die Hauptversammlung des Verbands Sonderpädagogik - mit seinen ca. 10.000 Mitgliedern Europas größter Fachverband - setzt sich mit fachspezifischen Fragestellungen und aktuellen bildungspolitischen Themen auseinander. So werden die Weichen für die weitere Arbeit in allen Bundesländern gestellt.Der Bundesvorsitzende Stephan Prändl vertritt den Verband Sonderpädagogik bundesweit in allen wichtigen bildungspolitischen Gremien und wird beratend bei anstehenden Entscheidungen hinzugezogen.

Drei aktuelle Arbeitsfelder und die damit verbundenen Fragestellungen stehen im Mittelpunkt der Diskussionen:      

1          Sonderpädagogische Förderung

Der Artikel 24 der Konvention der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen beinhaltet den Rechtsanspruch auf barrierefreie Teilhabe am Bildungssystem für alle Kinder und Jugendlichen mit Behinderungen.

Der Weg zu einer inklusiven Schule, die alle Kinder und Jugendlichen einbezieht, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Er erfordert einen äußerst umfangreichen und schrittweisen Gestaltungsprozess. Dieser muss von den bestehenden Strukturen, den vorhandenen Kompetenzen und den Haltungen der Akteure ausgehen. Besondere Bedeutung hat die Überwindung der Barrieren in der Umwelt der Menschen mit Behinderungen – vor allem den Barrieren in den Köpfen.

Deshalb sieht Prändl eine Hauptaufgabe der Sonderpädagogik darin, „die Allgemeinen Schulen bei der Gestaltung und Realisierung inklusiver Konzepte zu unterstützen, sie im Umgang mit der Vielfalt der Schülerschaft zu stärken sowie grundsätzliche Einstellungen zur Verschiedenheit als Bereicherung und Ressource des pädagogischen Handelns und Lernens zu entwickeln“.

Saarbrücken ist ein guter Standort für die Tagung, weil bereits in den 1980er Jahren von hier aus wesentliche Impulse für die Integrationsbewegung ausgingen.

2          Soziale und berufliche Eingliederung

Junge Menschen mit sonderpädagogischem Förderbedarf haben es schwer, sich auf dem allgemeinen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu behaupten. Die vergleichsweise hohen Anforderungen und Voraussetzungen der Arbeitsplätze und Berufsfelder werden permanent weiter erhöht. Um auch den jungen Menschen mit Behinderungen die Chance auf eine ihnen angemessene Teilhabe am Berufs- und Arbeitsleben zu eröffnen, setzt sich der Verband Sonderpädagogik seit Jahren mit aller Kraft für die gleichberechtigte und uneingeschränkte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen an der Gesellschaft und der beruflichen Integration ein. Er fordert professionelle Unterstützung durch pädagogisch und fachlich qualifizierte Begleiter beim Übergang von der Schule in den Beruf und - wo immer nötig – für eine lebenslange Begleitung. „Der sich verstärkende ökonomische Druck rechtfertigt es nicht, dass eine Gruppe junger Menschen dauerhaft von der Teilhabe am Arbeitsleben ausgeschlossen bleibt“, so der Bundesvorsitzende.

3          Aus-, Fort- und Weiterbildung

Inklusion braucht Professionalität. Das Gelingen inklusiver Bildung erfordert sonderpädagogische Kompetenz. Eigenständige Studiengänge für die Sonderpädagogik sind deshalb unverzichtbar. Entsprechende sonderpädagogische Module sind in allen Lehramtsstudiengängen unumgänglich

Die beschriebenen veränderten Schwerpunktsetzungen im Aufgabenfeld sonderpädagogischer Förderung und Schulentwicklung bringen darüber hinaus einen erheblichen Fort- und Weiterbildungsbedarf mit sich. Dies gilt nicht nur im  Bereich der Sonderpädagogik, sondern in hohem Maße auch in der Qualifizierung der Pädagogen in den Allgemeinen Schulen. Mehr noch als bisher verlangt ein anspruchsgerechter Gemeinsamer Unterricht in inklusiven Bildungssystemen ein erweitertes Aktionsfeld der Fort- und Weiterbildung aller Lehrkräfte aller Schulformen. Dies geht vor allem über kollegiumsinterne Fortbildung bis zu externen Angeboten erfahrener Praktiker aus dem Bereich der Förderschulen.

V.i.S.d.P.: Marianne Schardt, Pressereferentin

Saarbrücken, den 10.11.2011

Die Pressemitteilung steht Ihnen als Download zur Verfügung.

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