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Pressemitteilung
Lehrkräfte und Wissenschaftler diskutieren Herausforderungen durch emotionale und soziale Entwicklungsschwierigkeiten: Bundesfachkongress des Verbands Sonderpädagogik

(pm) Stabile Beziehungen und zuverlässige Bezugspersonen sind eine wichtige Voraussetzung für die emotionale und soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Wo diese Bedingungen fehlen, treten häufig massive Probleme im Sozialverhalten auf: für Lehrkräfte eine zunehmende Herausforderung. Beim Bundesfachkongress des Verbands Sonderpädagogik diskutierten am 22. und 23. Juni  Experten aus Schule, Wissenschaft und Schulverwaltung mit 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern an der Universität Dortmund, wie pädagogische Beziehungen und schulische Unterstützungsmaßnahmen bestmöglich gestaltet werden können.

Nachdem der im Mai diesen Jahres in Bielefeld durchgeführte Bundesfachkongress zum Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung des Verbands Sonderpädagogik (vds) bereits lange vor Anmeldeschluss ausgebucht war, fand dieses Wochenende in Dortmund die Neuauflage statt – wiederum ausgebucht, ein Zeichen für die großen Herausforderungen, als die emotionale und soziale Störungen in der Schulpraxis wahrgenommen werden.

Die Faktenlage ist klar: Störungen des emotionalen Erlebens und des sozialen Verhaltens bei Kindern und Jugendlichen sind entscheidende Faktoren bei frühzeitigen Bildungsabbrüchen, werden als bedrohlich für die Unterrichtsqualität erlebt und können herausfordernde pädagogische Grenzsituationen bedingen. Umso wichtiger ist es, dass Schulen in die Lage versetzt werden, Kindern, Jugendlichen und Eltern in diesem Zusammenhang wirksame Unterstützung zu bieten. Entscheidend, so Fachexperten aus der Sonderpädagogik, ist dabei vor allem ein verlässlicher Rahmen für Erziehungshandeln und Bildung in gesicherter Beziehung.

Um die damit verbundenen Fragen zu diskutieren und sich im gemeinsamen, multiprofessionellen Austausch gegenseitig fortzubilden, fanden sich am Wochenende 250 Experten aus Schulen, Wissenschaft und Schulverwaltung an der Universität Dortmund zum Bundesfachkongress für den Förderschwerpunkt Emotionale und Soziale Entwicklung zusammen. Veranstalter des Kongresses ist der Verband Sonderpädagogik, der als wichtigster Fachverband der Behindertenpädagogik für Bildung, Teilhabe und Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen oder sonderpädagogischem Förderbedarf eintritt.

Den Kongress leitete Professorin Annedore Prengel, emeritierte Erziehungswissenschaftlerin der Universität Potsdam, mit ihrem Vortrag ein, in dem sie herausarbeitete, wie sich pädagogische Beziehungen zwischen Anerkennung, Verletzung und Ambivalenz bewegen und welche Herausforderungen sich daraus für die Beziehungsgestaltung in der Bildungs- und Erziehungsarbeit ergeben. In einem zweiten Hauptvortrag stellte Professor Clemens Hillenbrand, Direktor des Instituts für Sonder- und Rehabilitationspädagogik an der Universität Oldenburg, vor, welche Förder- und Unterstützungsmaßnahmen sich an Schulen als tatsächlich wirksam für Schülerinnen und Schüler mit emotionalen und sozialen Problemen erweisen.

Gegenseitiger Austausch und praxisnahe Fortbildung wurden durch insgesamt 20 Seminare und Workshops ermöglicht, in denen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit grundsätzlichen Fragen zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen sowie mit konkreten Konzepten und Ansätzen für den Schulalltag auseinandersetzten.

Worin die Fachexperten im Rahmen des Kongresses immer wieder Einigkeit zeigten: Bei allen Bedarfen an pädagogischer und therapeutischer Unterstützung darf der Aspekt der zuverlässigen und verantwortungsvollen Bindung und Beziehung nicht zu kurz kommen – doch Beziehung braucht Rahmenbedingungen, die in der Verantwortung der Bildungspolitik liegen: Wer möchte, dass Schulen Orte des Lernens und Lebens sind, darf Bildungspolitik nicht als Sparpolitik mit möglichst wenig Personal betreiben.

Professorin Dr. Annedore Prengel eröffnete mit ihrem Vortrag den Bundesfachkongress
Professorin Dr. Annedore Prengel eröffnete mit ihrem Vortrag den Bundesfachkongress
Professor Dr. Clemens Hillenbrand eröffnete mit seinem Vortrag den zweiten Kongresstag, hier im Bild mit der Bundesvorsitzenden des Verbands Sonderpädagogik, Dr. Angela Ehlers
Professor Dr. Clemens Hillenbrand eröffnete mit seinem Vortrag den zweiten Kongresstag, hier im Bild mit der Bundesvorsitzenden des Verbands Sonderpädagogik, Dr. Angela Ehlers
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