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Pressemitteilung
Gymnasium Horn: Sonderpädagogen kritisieren inklusionsfeindliche Haltung

Die Bremer Bildungssenatorin Bogedan hat entschieden, vorerst Schülerinnen und Schüler mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung vom Gymnasium Horn auf andere Schulen zu verteilen. Für diese Entscheidung gebührt der Senatorin aus Sicht des Verbands Sonderpädagogik zwar Respekt, das dadurch ausgesandte Signal könnte aber durchaus fatal sein.

 

Der Verband Sonderpädagogik kritisiert, dass durch den Druck von Eltern, Lehrkräften und Schulleitung des Gymnasiums Horn die Aufnahme von Schülerinnen und Schülern mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung vorerst zurückgenommen werden musste. „Der Entscheidung unserer Bildungssenatorin Bogedan gebührt in jedem Fall Respekt, zumal der Vorgang ja unter bundesweiter Beobachtung stand,“ stellt Stefanie Höfer, Landesvorsitzende des Verbands Sonderpädagogik in Bremen, klar: „Da es in den letzten Wochen keinerlei Änderung in der Haltung der Schule bezüglich des gemeinsamen Unterrichts gegeben hat und daher auch kein Personal gefunden werden könnte, ist es auch meines Erachtens nach die richtige Entscheidung im Sinne der Kinder.“ Trotzdem sei es fatal, dass sich einzelne Schulen durch fortgesetzte Verweigerungshaltung dem Auftrag der UN-Behindertenrechtskonvention entziehen könnten.

Diese Auffassung vertritt auch die Bundesvorsitzende des Verbands, Dr. Angela Ehlers: „Bei der Umsetzung der UN-BRK, beim Schaffen einer inklusiven Gesellschaft und damit beim Aufbau eines inklusiven Schulsystems ist jede einzelne Schule in der Pflicht. An keiner Schule darf es mehr um das ‚ob’ gehen, sondern nur noch um das ‚wie’. Dass eine Schulleitung eine gerichtliche Klage gegen inklusiven Unterricht auch nur in Erwägung zieht, ist für sich schon ein Skandal. Noch skandalöser ist es allerdings, nach einem eindeutigen Gerichtsurteil durch fortgesetzte Verweigerungshaltung eine – salopp gesagt – ‚Inklusionsstopp’ zu erzwingen.“

Aus Sicht des Verbands Sonderpädagogik zeigt dieser Fall einmal mehr, wie sehr Aufklärung und Bewusstseinsbildung beim Thema Inklusion noch notwendig sind. „In letzter Zeit werden Stimmen immer lauter, die gegen Inklusion ankämpfen und bei der Auswahl ihrer Fakten und Quellen sehr selektiv vorgehen“, so Ehlers. Dabei, so die Bundesvorsitzende weiter, gebe es bei Betrachtung der wissenschaftlichen Faktenlage insgesamt keine Argumente gegen Inklusion: „Was sich aber in allen Untersuchungen zeigt, ist, dass unzureichende Ressourcen, unzureichende Fortbildungsmöglichkeiten und fehlende konzeptionelle Vorgaben häufig zu einem Gefühl der Überforderung führen. Hier sehen wir als Verband noch erheblichen Nachbesserungsbedarf in allen Bundesländern!“

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